Die Pflanze

 

„Die Pflanze“

Von Alexandra Kanobel

2026

 

Ich nehme meinen Körper und drehe ihn um. Er passt mir so schon lange nicht mehr. Die Perspektive ist immer die gleiche. Der Himmel oben, darüber die Sonne. Der Boden, auf dem wir leben, auf dem wir unsere Gedanken wachsen lassen wollen, ist noch weiter entfernt. Die ersten Schritte mit den Händen sind schwer, für mich fast unmöglich. Immer wieder versuche ich es, falle um. Schließlich kniee ich mich hernieder. Will dem Erdboden näher sein. Ich grabe ein Loch, greife in meine Tasche. Da ist…nichts. Ich habe nichts, um es zu sähen. Ich denke nach, denke an Augenblicke. All das will ich in die Erde geben. Ich denke an die Schönsten für Freude und ich denke an die Schweren und an die Nachdenklichen für Resilienz und ich denke an all das angesammelte Wissen. All das kann die Pflanze brauchen. Ich hauche es in den Boden, werfe sofort Erde darüber. Hoffend, die Pflanze wird im Regen wachsen.

Kommentare

Beliebte Posts aus diesem Blog

Beziehung

Die Träumerin

"Liebesgedichte"