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Es werden Posts vom November, 2025 angezeigt.

Das Schneckenhaus

  „Das Schneckenhaus“ Von Alexandra Kanobel 2025   Ich bin auf die Welt gekommen, in diesem riesigen Schneckenhaus. Weit weg vom geselligen Ideal. Meine Mutter, ich kannte sie vor meiner Geburt nicht. Doch kam sie jedes Mal vorbei, wenn die Wellen mein Schneckenhaus davontragen wollten – wir schoben es höher an Land zurück! Ich las in meinem Haus, ritzte Wörter an die Wand. Streckte meine Füße aus bis zum Wasser, drehte mich um, wenn der Kopf Platz brauchte. Das Schneckenhaus, es war groß für eine Behausung, doch für das Leben zu klein. Eines Nachmittags, Mutter war nicht da und die Wellen drohten das Haus ins Wasser zu ziehen, kam ein kleiner Fuchs vorbei. Er war scheu, doch nicht so scheu, um nicht am Haus zu riechen. Ihm folgten vier weitere, kleine Füchse, bis die Mutter erschien. Da ich gerade alles aufgegessen hatte, was meine Mutter gebracht hatte, zog es die Füchsin wieder in den Wald, der an das Ufer, wo mein Schneckenhaus lag grenzte. Von nun an k...

Das weisse Haus gegenüber

  "Das weiße Haus gegenüber" Von Alexandra Kanobel 2025 Das weiße Haus gegenüber, es steht schon lange still die Zeit vergeht und all das was gekommen ist und will vergeht klammheimlich still herum um diesen Bau kein Weg, kein Leben erreichen den toten Pfau, es steht still und doch lebt eine Fliege alleine darin die denkt und grübelt nach über des Lebens Sinn. Da wird eines Tages gelb das Haus gestrichen nun kommen selbst Schmetterlinge, die stets davor zurückgewichen und Käfer, Heuschrecken und Glühwürmchen in der Nacht selbst Würmer die es graben um ganz sacht.

Die Träumerin

  "Die Träumerin" Von Alexandra Kanobel 2025 Sende Träume durch des Meeres Wellen in die Welt gehe durch das Gras, laufe, wie es dir gefällt, mag auch Regen kommen, sieh empor und trinke alles was du einst erdacht nun in dich sinke.

Beziehung

  "Beziehung" Von Alexandra Kanobel 2025 Wir stehen uns gegenüber, jeder im eigenen Fenster, durch die Gasse geteilt, sehen uns an. Er blinzelt - kurz. Er ist es nicht. Ich verlasse das Haus, gehe in die Volksoper. Ich stehe auf dem Balkon der Volksoper, sehe zum Haus rechts, sehe zum Haus links. Da steht jemand, sieht zu mir. Wir sehen uns an. Er hustet. Er ist es nicht. Ich verlasse die Volksoper, gehe Nachhause. In der Wohnung stehe ich bei dem Fenster zur Straße, sehe hinaus. Ein Mann sieht gebeugt zum Fenster heraus. Er sieht mich nicht an. Ich warte. Er ist es nicht. Ich verlasse abermals das Haus, steige in die Straßenbahn, fahre durch die Stadt. Ich sitze allein, vor mir sitzt ein Mann, davor eine Frau. Dahinter verschwimmt es. Er hustet. Ich seufze. Er ist es nicht. Ich fahre in die Nacht.

Betrunken

  "Betrunken" Von Alexandra Kanobel 2025 Er schraubt die durchsichtige Flasche mit der undurchsichtigen Flüssigkeit auf, schenkt sich ein und nimmt einen herzhaften Schluck. Ein aus der Gesellschaft für gut befundenes Schaf ruft: "Gut!" Er schraubt die durchsichtige Flasche mit der undurchsichtigen Flüssigkeit auf, schenkt sich ein und nimmt einen zweiten Schluck, herzhafter als zuvor. Das Schaf denkt an die gesellschaftlichen Normen und ruft: "Naja!" Er schraubt die durchsichtige Flasche mit der undurchsichtigen Flüssigkeit auf, schenkt sich ein und nimmt wieder einen Schluck. Sein Herz hängt an der Flasche. Das Schaf ist empört und ruft: "Aber nein!" Er schraubt die durchsichtige Flasche mit der undurchsichtigen Flüssigkeit auf und trinkt. Das Schaf denkt an die gesellschaftlichen Normen und ruft laut: "Halt! Nicht!"

Beobachtung

  "Beobachtung" Von Alexandra Kanobel 2025 Ich starre in die Dunkelheit des Morgens. Eine Krähe schreit "Madame! Madame! Hier draußen ist die Freiheit" In meinem erleuchteten Palast, in dieser erbauten Höhle im zweiten Stock sitze ich stumm, höre das Klopfen der alten Zentralheizung. Sie schreit wieder. "Das ist doch ein Witz! Gleich fliege ich davon!" Ich beginne im großen Wohnzimmer um den Tisch zu laufen. Morgenfitness!

Eilig hat es der kalte Wind

  "Eilig hat es der kalte Wind" Von Alexandra Kanobel 2025 Eilig hat es der kalte Wind über die Erde, über das Wasser spielt das himmlische Kind mit den Halmen, bläßt ins Wasser. Er pfeift laut durch die Stadt nimmt mit was nicht angebunden sieht hinein in die warmen Stuben, er greift nach den Blättern hinab wo Katzen haschen nach den Vagabunden, der Wind? Erinnert sich und verlässt wieder die Puppenstuben.